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Der letzte seiner Art

app2drive Carsharing Autovermietung in Görlitz

Pressemeldung SZ-Online Nachrichten vom 25.02.2017

Der Letzte seiner Art

In Görlitz gibt es nur noch ein Carsharing-Angebot. Weitere Anbieter fehlen. Dabei werden Sonderrechte angekündigt.
Von Matthias Klaus

Der kleine Fiat 500 steht als Carsharing-Fahrzeug am Görlitzer Bahnhof bereit, direkt gegenüber dem Haupteingang des Landratsamtes. Er wird von einem bayrischen Unternehmen angeboten.
© pawel sosnowski/80studio.net

Ein bisschen einsam steht er da, der Fiat 500 am Görlitzer Bahnhof. Er ist der letzte Überlebende einer an und für sich guten Idee: Carsharing, das Auto-Teilen. In Görlitz bietet das derzeit nur noch die Firma app2drive an, Sitz in Aschaffenburg. Über das Internet kann man Fahrten mit dem italienischen Kleinwagen in Görlitz buchen. Seit März vergangenen Jahres ist die Firma in Görlitz. Damals hatte sie der Genossenschaft n-mobil Konkurrenz gemacht, einem hiesigen Carsharing-Unternehmen. Tobias Schlüter hatte es aufgebaut. Es war an Leute gerichtet, die ab und zu ein Auto benötigen, aber selbst keins haben. Was sich Anfang vergangenen Jahres noch sehr hoffnungsvoll anließ, endete jedoch in der Insolvenz.

„Es gab ein Liquiditätsproblem, ging um ein paar Tausend Euro. Generell hat das Ganze aber funktioniert“, sagt Tobias Schlüter heute. Die Idee, Carsharing in Görlitz anzubieten, hält er immer noch für machbar. „Das Insolvenzverfahren ist allerdings noch nicht abgeschlossen“, schildert Tobias Schlüter. Dennoch, sollten sich genug Interessenten finden, die ein entsprechendes Angebot auf die Beine stellen wollten, würde er sich als Berater anbieten, rein privat. Immerhin, mit dem Leipziger Unternehmen Teilauto hatte es bereits im vergangenen Jahr Gespräche gegeben. Das Ergebnis: In Niesky, wo n-mobil ebenfalls aktiv war, haben die Westsachsen nun zwei Fahrzeuge stationiert. Ob Teilauto künftig auch die Lücke in Görlitz schließen wird, ist offen.

Carsharing sieht inzwischen auch die Politik als eine Chance, Kommunen vom Innenstadtverkehr zu entlasten. Ende vergangenen Jahres hat das Bundeskabinett das sogenannte Carsharinggesetz erlassen. „Die Kommunen erhalten die Möglichkeit, Carsharing individuell so zu fördern, wie es vor Ort den meisten Sinn macht“, so Ursula Strohbach von der Industrie- und Handelskammer in Dresden. Unter anderem soll es künftig möglich sein, dass Carsharing-Fahrzeuge im Straßenverkehr besonders gekennzeichnet und bevorrechtigt werden. Das würde beispielsweise bedeuten: Wer sein Auto teilt, sollte es auch besser parken können. Kommunen könnten den Autos separate Parkflächen zuweisen, dies ohne Gebühren. Zudem soll die Abhol- und Rückgabestelle an ausgewählten Standorten im „öffentlichen Verkehrsraum“ verlegt werden können, beispielsweise an die Ortsdurchfahrten der Bundesstraßen.

Noch ist das allerdings blanke Theorie. Denn das Carsharinggesetz befindet sich derzeit noch im parlamentarischen Verfahren, sprich, es ist noch nicht wirksam. Nach einer Stellungnahme des Bundesrates geht der Entwurf an die Bundesregierung, die legt dann alle Dokumente dem Bundestag zur Entscheidung vor. Das soll wahrscheinlich noch in diesem Jahr passieren. Ende 2017 oder Anfang 2018 könnte dann das Gesetz Anwendung finden. Die Stadt Görlitz steht dem Gesetz positiv gegenüber. „Aus städtischer Sicht wäre eine spezielle Regelung für Carsharing durchaus für Görlitz denkbar“, sagt Rathaus-Sprecher Wulf Stibenz. Voraussetzung wäre allerdings ein zu prüfendes Konzept eines Anbieters. „Beim Sachgebiet Straßenverkehr liegen bislang keine konkreten Anfragen vor, die auf das geplante Carsharinggesetz abzielen“, sagt Wulf Stibenz.

Damit gibt es aus Sicht der Stadt zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei rechtliche Grundlagen, um die entsprechende Car-sharing-Vorhaben fachlich zu begleiten, so der Rathaus-Sprecher. Erst mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt wäre es so weit. „Sollte es zur Anwendung des neuen Gesetzes kommen, steht das Sachgebiet für Standortanalysen und Informationsaustausch zur Verfügung“, sagt er. Ein geeigneter Bereich für ein solches Projekt wäre beispielsweise das Bahnhofsumfeld, da hier etwa auch eine Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln, Zug, Bus, Straßenbahn, gegeben ist.

Bisher hat am Bahnhof aber nur ein Carsharing-Mobil seinen Platz gefunden, der kleine Fiat von app2drive.

Quelle: https://www.sz-online.de/nachrichten/der-letzte-seiner-art-3621838.html